Musik zum Reformationstag

Kreuz in der Kirche in Großstechau

Zwei Wochen sind schon vergangen seit dem Reformationstag und es ist an der Zeit, ein Fazit zu ziehen. 
Wir waren sehr gespannt auf diesen Tag, denn es stand ein Radiogottesdienst in der Kirche in Großstechau, Gemeinde Löbichau, im Altenburger Land auf dem Programm und das ist auch für uns nicht alltäglich. Es begann bereits am Mittwoch mit der Generalprobe. Es blieb uns, nachdem die Mikrofone richtig eingestellt waren, nur relativ wenig Zeit zum Einsingen, dann ging es schon los. Der komplette Gottesdienst inklusive aller Predigten, Gebete und natürlich der Musik wurde durchgezogen, denn er wurde aufgenommen, um, falls bei der Live-Übertragung etwas schief geht, die "Konserve" einspielen zu können. Aber alles klappte, sogar der Zeitplan war perfekt abgestimmt, kein Musikstück musste abgeschnitten werden - eine Punktlandung, wie Ulrike Greims, die Rundfunkbeauftragte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland sagte. Wir waren ganz schön durchgefroren nach zwei Stunden stillsitzen, aber auch froh, dass alles so gut geklappt hatte. War das nun ein gutes Zeichen? Einen klitzekleinen Patzer gab es auf unserer Seite, das muss ja so sein auf einer Generalprobe, auch wenn die Verantwortlichen das nicht so gerne hören oder sehen.
Als wir am Reformationstag in die Kirche kamen, lagen Decken für uns bereit. Dafür möchte ich an dieser Stelle im Namen des Chores herzlichen Dank sagen - das hat dafür gesorgt, dass wir nicht im Nachhinein von Grippe und Co. niedergestreckt wurden. Auch an diesem Tag lief alles wie am Schnürchen. Drei Stücke, über den ganzen Gottesdienst verteilt, waren unser Beitrag: ein beschwingtes "Allein Gott in der Höh sei Ehr", ein lutherisches Kirchenlied, das in den meisten Gesangbüchern zu finden ist, von uns in einer Fassung von Johann Eccard vorgetragen, Pamela Baskin-Watsons "My soul has been redeemed" und ganz am Schluss John Rutters "O clap your hands", die Vertonung von Versen aus dem Psalm 47. Natürlich begleiteten wir auch den Gesang der Gemeinde und als wir nach Beendigung des Gottesdienstes die Kirche verließen, sagten die Gemeindemitglieder, dass es endlich mal richtig schön geklungen hätte in ihrer Kirche. So ein Lob freut uns natürlich und auch die Hörer am Radio waren offenbar sehr angetan. Eine Hörerin aus Magdeburg hatte sich gegen den Gottesdienst im Magdeburger Dom entschieden und statt dessen Radio gehört. Sie meinte, das wäre die richtige Entscheidung gewesen. 

Am späten Nachmittag gaben wir dann noch ein Konzert in der Geraer Trinitatiskirche. Werke von Bach bis Bernstein kamen zur Aufführung, viele davon waren bereits Teil unseres Sommerkonzertes im Juni diesen Jahres. Dem Anlass entsprechend gab es viele kirchliche Werke zu hören, aber auch zwei Volkslieder, spannend gesetzt von Helmut Barbe, ein Sprechstück des zeitgenössischen finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara, in dem verschiedene Mengenangaben rhytmisch in Szene gesetzt werden und das dementsprechend "Quantitativa" heißt (das mussten wir zweimal singen bzw. sprechen, weil es so kurz ist) und, von uns besonders geliebt, ein Medley aus den bekanntesten Melodien der "West Side Story" von Leonhard Bernstein. Begleitet wurden wir, wie auch schon während des Gottesdienstes" in bewährter Weise vom ROCCA-Duo Gera (Peter Wiegand, Violine und Cornelius Hermann, Cello). Gemeinsam mit Herrn Stielau am Klavier ergänzten sie unsere Lieder um eine Sonate von Dietrich Buxtehude und eine Passacaglia von Johann Sebastian Bach. Während einer kleinen Pause innerhalb der Sonate gab der jüngste Zuhörer sein Wohlgefallen kund: Laut forderte er: "Noch mal!" Sorgte für viel Heiterkeit und wir freuen uns sehr über die Freude des kleinen Musikliebhabers. 

So ging ein spannender Tag zu Ende. Die nächsten Aufgaben warten schon, denn Weihnachten steht vor der Tür mit zwei Konzerten. Wir hoffen natürlich auch da auf viele Zuhörer.