Der Montagabend ist ein ungewöhnlicher Termin für ein Konzert. Wenn dieser aber kurz vor Heiligabend fällt, wollen sich doch viele Menschen noch an schöner Musik erfreuen und auf die kommenden festlichen Tage einstimmen. Die recht ordentlich geheizte Salvatorkirche war zu unserer Freude am 22. Dezember 2025 gut gefüllt an diesem Abend. Mit der Kantate “Nun komm der Heiden Heiland” (BWV 61) eröffneten wir den glanzvollen Reigen barocker Klänge. Johann Sebastian Bach schrieb diese Kantate 1714 im Jahr seiner Ernennung zum Konzertmeister am Hof von Johann Ernst von Sachsen-Weimar für den 1. Sonntag im Advent. Es folgten drei weihnachtliche Lieder: “Psallite – Singt und klingt”, eine Weise aus Paris um 1550, “In dulci jubilo” in zwei verschiedenen Sätzen: die erste Strophe im bekannten Satz von Michael Praetorius und die zweite Strophe im Satz von Johann Walter, dem Herausgeber des ersten evangelischen Gesangsbuches aus Kahla. Das Lied “Es ist ein Ros entsprungen” im Satz von Michael Praetorius ist so bekannt, dass wir, um das geschätzte Publikum ein wenig herauszufordern, die erste Strophe als Kanon nach einer Weise von Melchior Vulpius aufführten; zweite und dritte Strophe dann in gewohnter Melodie. Der dritten Teil des etwa einstündigen Konzertes bestand aus dem “Gloria” RV 589 von Antonio Vivaldi. Begleitet wurden wir von den Mitteldeutschen Kammersolisten. Das sind Orchestermusiker aus ganz Mitteldeutschland, die in wechselnden Besetzungen zur Aufführung chorsinfonischer Musik zusammenkommen. Die Idee dieses Ensembles geht auf Benjamin Stielau zurück. In unserem Konzert wirkten mit:
- Peter Wiegand, Egbert Funda (Violinen)
- Miguel Lorenzo, Christiane Wiegand (Violen)
- Anna Dorsch (Violoncello)
- Lukas Firl (Kontrabass)
- Albrecht Pinquart (Oboe)
- Hannes Meier (Trompete)
- Martin Hesse (Orgel)
Gesangssolistische Glanzstücke setzten Friederike Beykirch (Sopran), Ji-Young Im (Alt) und Gyongtaeg Oh (Tenor), Benjamin Stielau übernahm das Bass-Rezitativo aus der Bachkantate.
Mit nur einer Probe mit den Orchestermusikern ist es uns gelungen, die über 300 Jahre alten Werke “frisch und lebendig zum Leben zu erwecken”, wie es Benjamin Stielau ausdrückte. Unserem Publikum schien es auch gefallen zu haben, denn ohne eine Zugabe kamen wir nicht von der Bühne. Mit “O du fröhliche”, verschönert durch unsere Chorsolistin Sabine Thümer verabschiedeten wir unsere Gäste in ein hoffentlich friedliches Weihnachtsfest.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen und Danke sagen an alle, die uns in diesem Jahr begleitet haben. Das betrifft nicht nur Musiker und Sänger, sondern auch unsere Familien, Freunde, Verwandte und unser Publikum. Wir wünschen Ihnen allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein gutes, friedliches, erfolgreiches und musikalisches Jahr 2026!