Bereits fünf Wochen sind seit dem tollen Konzert in Plauen vergangen, höchste Zeit also für ein Resümee. Bereits seit Mai probten wir die “Carmina Burana” von Carl Orff und das “Duel of the Fates” aus “The Phantom Menace” aus dem ersten Teil der Star Wars – Filmreihe ein, dessen wunderbare Musik von John Williams stammt. Die eingängige Titelmelodie haben wohl nicht nur Fans der Reihe im Ohr. Die “Carmina” war ja bereits 2024 ein Höhepunkt unseres Konzertjahres, so dass hier nur aufgefrischt werden musste. “Nur” ist dabei relativ zu sehen, denn jenseits der reinen Noten- und Texteinstudierung müssen auch in der Auffrischung die Takt- und Tempiwechsel, Dynamik und andere Ausdrucksformen wieder ins Gedächtnis gerufen und geübt werden. Und eine Hauptprobe mit den drei Singakademien sowie eine Generalprobe vor dem Konzert – also durchaus Arbeit, mit viel Vergnügen, versteht sich, und mit Ohrwurm-Garantie. Gar nicht so einfach, die wieder aus dem Kopf zu kriegen. Ganz anders das Star-Wars-Stück mit Phantasiesprache und ausgesprochen kraftvoller und anspruchsvoller Musik. Nicht jedermans Geschmack, aber auf jeden Fall mitreißend.
Und wie war nun das Konzert? Bei herrlichem Wetter bot das Parktheater Plauen einen passenden Rahmen für die “Philharmonic Night” mit der Vogtlandphilharmonie Greiz-Reichenbach, Isabella Gantner (Sopran), Stephan Schlögl (Tenor), Thomas Gropper (Bariton), dem Mädchenchor Rutheneum aus Gera sowie den Singakademien Chemnitz, Gera und Plauen. Kapellmeister Simon Edelmann führte mit Verve durch das Konzert. Leider war die Ausleuchtung des Dirigenten für uns Sänger nicht optimal, so dass bei dem nicht hundertprozentig sicherem Star-Wars-Stück prompt ein Einsatz schiefging. Zum Glück schien das Publikum nichts gemerkt zu haben und irgendwie haben wir uns da wieder reingewurschtelt. Soweit die Panne, ab da lief das Konzert aus meiner Sicht jedenfalls reibungslos. Etwas gewöhnungsbedürftig war das sehr klatsch- und jubelfreudige Publikum, welches nach jedem kleinen Stück nicht mit Applaus sparte. Einerseits ist das zwar durchaus schmeichelhaft, andererseits unterbricht es den Fluss und kann dazu führen, dass Anschlusstöne nicht gefunden werden. Aber wir wollen uns nicht beklagen, kein Applaus ist ja auch nicht recht. Über den Inhalt der “Carmina Burana” ist viel gesprochen und noch mehr geschrieben worden, wie zum Beispiel hier: https://www.singakademie-gera.de/carl-orff-carmina-burana/. Deshalb möchte ich nur kurz den Einsatz der Teilnehmer beleuchten. Einen besonderen Eindruck hinterließ Stephan Schlögl in der Rolle des gebratenen Schwans im Teil “In Taberna”, der mit viel Spielfreude den Kummer des Schwans über sein schmachvolles Ende und die Angst des Gefressenwerdens darstellte. Auch Thomas Gropper konnte als Abt überzeugend die sprichwörtliche Trinkfreudigkeit der Mönche zeigen. Wie schon bei unserer Aufführung in Gera leitete der Mädchenchor mit seinen hellen, jungen Stimmen den “Cour d’amours” ein, in dem Isabella Gantner mit ihrem klaren Sopran sehr gefühlvoll das zarte Mädchen gab. Drei Chöre (insgesamt etwa 120 Sänger) bilden den mächtigen Rahmen, mal drohend, mal lustvoll, mal lieblich.
Insgesamt eine schöne Aufführung, die viel Spaß gemacht hat. Schade, dass doch etliche Zuschauerplätze frei blieben, sicherlich geschuldet den vielen anderen Veranstaltungen, die zeitgleich an diesem Abend des 16. August 2025 stattfanden. Deshalb hoffen wir nun auf unsere nächsten Veranstaltungen:
– am 3. Oktober 2025 in Markneukirchen 9te Sinfonie von Ludwig van Beethoven mit der Vogtlandphilharmonie Greiz-Reichenbach
– am 22. Dezember 2025 in der Salvatorkirche in Gera ein Weihnachtskonzert mit Werken von Bach und Vivald